KI kann in wenigen Sekunden Texte erstellen, die korrekt und professionell klingen. Trotzdem wirken viele davon erstaunlich ähnlich. Für gute Website Texte reicht es deshalb nicht, die richtigen Wörter zu finden. Sie müssen etwas über deine Marke erzählen.
Du gibst ein Thema ein, ergänzt ein paar Informationen und bekommst kurze Zeit später einen fertigen Text. Vielleicht geht es um die Startseite, eine Leistungsbeschreibung oder einen Blogartikel. Die Formulierungen passen, der Aufbau wirkt schlüssig und an der Grammatik gibt es wenig auszusetzen.
Trotzdem bleibt manchmal ein ungutes Gefühl. Der Text klingt glatt, aber nicht nach einem bestimmten Unternehmen. Er erklärt, was angeboten wird, lässt aber offen, warum dieses Angebot relevant sein soll. Er klingt professionell, ohne eine eigene Perspektive zu zeigen
Das Problem liegt dann nicht bei der KI. Es liegt daran, dass ihr niemand etwas Eigenes mitgegeben hat.

Ein korrekter Text ist noch kein guter Text
KI kann Informationen ordnen, Inhalte strukturieren und komplizierte Zusammenhänge verständlicher formulieren. Das ist super hilfreich, vor allem wenn aus vielen Notizen schnell eine erste Fassung entstehen soll.
Ein sauber formulierter Text ist aber noch kein guter Website Text. Er muss nicht nur verständlich sein, sondern auch eine Verbindung zur Zielgruppe herstellen. Dafür reicht es nicht, ein Angebot allgemein zu beschreiben. Der Text sollte zeigen, dass jemand die Situation der Leser:innen kennt und verstanden hat, worauf es in diesem Moment ankommt.
Ein typischer Text könnte so klingen:
Wir entwickeln individuelle Strategien und passgenaue Lösungen, die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Ziele zu erreichen und nachhaltig zu wachsen. Dabei verbinden wir Expertise, Innovation und persönliche Beratung.
Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden. Der Text ist verständlich und grammatikalisch korrekt. Nur lässt sich kaum erkennen, für welches Unternehmen er geschrieben wurde.
Was bedeutet individuell in diesem Fall? Wie sieht die persönliche Beratung aus? Worin besteht die Expertise und was macht die Lösung passgenau? Vor allem bleibt offen, warum sich jemand für dieses Unternehmen entscheiden sollte.
Eine konkretere Fassung könnte so beginnen:
Viele mittelständische Unternehmen sind längst weiter, als ihre Website vermuten lässt. Das Angebot hat sich verändert, neue Kundengruppen sind hinzugekommen und vielleicht hat sich auch der Anspruch an die eigene Arbeit verschoben. Nach außen erzählt die Website aber noch die Geschichte von früher.
Dieser Text beschreibt eine Situation, in der sich bestimmte Menschen wiedererkennen können. Er gibt ihnen einen Grund weiterzulesen und macht sichtbar, aus welcher Beobachtung das Angebot entstanden ist. Genau da beginnt gute Kommunikation.

Suchmaschinen brauchen keine perfekten Floskeln
Bei KI und Suchmaschinen wird häufig darüber gesprochen, ob Google erkennen kann, dass ein Text mit künstlicher Intelligenz erstellt wurde. Für die Qualität einer Website ist das allerdings nicht die entscheidende Frage.
Google stellt nicht die Nutzung eines bestimmten Werkzeugs in den Mittelpunkt. Entscheidend sind Genauigkeit, Qualität und Relevanz. Generative KI kann bei der Recherche und beim Strukturieren eigener Inhalte helfen. Wenn jedoch viele Seiten automatisch entstehen, ohne einen zusätzlichen Nutzen für Leser:innen zu bieten, kann das gegen Googles Richtlinien zu skaliertem Content ohne Mehrwert verstoßen. Das beschreibt Google in seinen Richtlinien zum Einsatz generativer KI.
Für dich bedeutet das nicht, dass jeder Text ohne KI entstehen muss. Du solltest den fertigen Text aber nicht einfach deshalb veröffentlichen, weil er flüssig klingt. Vielmehr solltest du sich fragen, ob er eine konkrete Frage beantwortet? Hilft er bei einer Entscheidung? Liefert er eine Erfahrung, ein Beispiel oder eine Einordnung, die anderswo nicht genauso zu finden ist?
Ein Text kann ein bestimmtes Suchwort enthalten und trotzdem an der eigentlichen Suchintention vorbeischreiben. Suchmaschinen und Menschen haben an dieser Stelle mehr gemeinsam, als es zunächst scheint. Beide profitieren von Inhalten, die klar, nachvollziehbar und wirklich hilfreich sind.
Warum viele KI Texte gleich klingen
Viele KI Texte greifen immer wieder auf dieselben Formulierungen zurück. Unternehmen bieten ganzheitliche Lösungen, begleiten ihre Kund:innen partnerschaftlich und helfen ihnen dabei, nachhaltig erfolgreich zu werden. Das mag alles stimmen, doch bleibt eine Aussage ohne Beispiel so allgemein, dass sie kaum Orientierung gibt.
Wenn ein Unternehmen von Innovation spricht, möchten Leser:innen wissen, woran sich diese Innovation zeigt. Wenn eine Beratung individuelle Begleitung verspricht, sollte erkennbar werden, wie diese Begleitung im Alltag aussieht. Und wenn ein Anbieter von nachhaltigem Erfolg spricht, muss klar sein, was damit gemeint ist.
Austauschbarkeit entsteht dabei nicht nur durch einzelne Wörter. Sie entsteht vor allem dann, wenn ein Text keine eigene Beobachtung enthält. Viele Websites beginnen mit einem allgemeinen Problem, versprechen eine passende Lösung und schließen mit einem freundlichen Aufruf zum Gespräch. Diese Struktur ist nicht grundsätzlich falsch. Sie wird schwierig, wenn sie überall gleich aussieht und nirgends sichtbar wird, wie ein bestimmtes Unternehmen denkt und arbeitet.
Ein Website Text muss nicht in jedem Satz überraschen. Die zentralen Aussagen sollten aber mehr leisten, als professionell zu klingen.

Ein Tone of Voice ersetzt keine Haltung
Eine Marke wird nicht nur durch ihre Inhalte erkennbar, sondern auch durch die Art, wie sie spricht. Ein klarer Tone of Voice schafft Orientierung für alle, die Texte entwickeln, und sorgt dafür, dass die Marke auch dann konsistent klingt, wenn mehrere Menschen oder eine KI daran arbeiten.
Er macht die Marke wiedererkennbar
Der Tone of Voice legt fest, wie eine Marke mit Menschen spricht, und sorgt dafür, dass ihre Texte auch sprachlich zu ihr gehören.
Er gibt Kommunikation eine Richtung
Klare Vorgaben helfen dabei, Ansprache, Wortwahl und Nähe konsistent zu halten, damit ein Unternehmen nicht in jedem Text anders klingt.
Er ersetzt keine eigene Haltung
Ein Text kann locker, direkt und nahbar formuliert sein und trotzdem austauschbar bleiben, wenn konkrete Erfahrungen, klare Entscheidungen und eine eigene Sicht auf die Zielgruppe fehlen.

Wenn du KI für Website Texte nutzt, sollte sie dir nicht nur helfen, schneller zu schreiben. Sie sollte dir helfen, klarer zu erkennen, was du eigentlich sagen willst und warum es für deine Zielgruppe relevant ist.
Wie wir KI für Website Texte sinnvoll einsetzen
Wir bei ooniyo sehen KI als ein Werkzeug. Sie kann redaktionelle Arbeit beschleunigen, wenn die strategische Grundlage bereits vorhanden ist. Wir nutzen sie zum Beispiel, um Informationen zu sortieren, eine erste Struktur zu entwickeln, Überschriften zu prüfen oder Texte verständlicher zu formulieren.
Gerade bei sachlichen Inhalten ist das besonders sinnvoll. Eine FAQ muss keine literarische Meisterleistung sein, sondern vor allem verständlich und vollständig. Auch eine technische Erklärung oder Produktbeschreibung darf nüchtern klingen, solange sie die Informationen liefert, die Menschen für eine Entscheidung brauchen.
Anders sieht es bei Texten aus, die eine Marke prägen. Eine Positionierung, die zentrale Botschaft der Startseite oder eine Markenstory lassen sich nicht auf passende Formulierungen reduzieren. Hier sollte sichtbar werden, wie ein Unternehmen denkt, worauf es Wert legt und welche Erfahrungen hinter seinen Aussagen stehen. Dafür braucht es strategische Klarheit, eigene Beobachtungen und ein echtes Verständnis für die Zielgruppe.
Deshalb steht am Anfang unserer Arbeit nicht der perfekte Prompt, sondern die Frage, was wirklich relevant ist, was sich belegen lässt und was das Unternehmen von anderen unterscheidet. Erst wenn diese Grundlage klar ist, kann KI sinnvoll unterstützen. Sie hilft uns beim Sortieren, Prüfen und Weiterdenken, ersetzt aber weder das Gespräch mit einem Unternehmen noch die Verantwortung für den fertigen Text.
Unser Ziel ist nicht, möglichst viele Texte zu produzieren. Wir wollen Inhalte entwickeln, die verständlich sind, Haltung zeigen und zu genau dem Unternehmen gehören, für das sie geschrieben wurden.
Fragen & Antworten
Nein. Google bewertet nicht pauschal, ob ein Text mit KI erstellt wurde. Entscheidend sind Qualität, Genauigkeit und der Nutzen für die Leser:innen. Problematisch wird es, wenn viele Inhalte automatisch entstehen und keinen eigenen Mehrwert bieten.
Ja. KI kann beim Strukturieren, Kürzen und Überarbeiten helfen. Die fachliche Prüfung, die strategische Einordnung und die Verantwortung für den veröffentlichten Text sollten jedoch bei Menschen bleiben.
Eine genaue Kenntnis der Zielgruppe, eigene Erfahrungen, konkrete Beispiele und eine klare Haltung. Die zentralen Aussagen sollten zur tatsächlichen Arbeit des Unternehmens passen.



