ChatGPT Ads schalten: Was Unternehmen zum Start in Deutschland wissen müssen
Wer ChatGPT kostenlos nutzt, hat vielleicht schon eine gesponserte Karte unter einer Antwort entdeckt. Seit dem 24. August 2026 werden ChatGPT Ads in Deutschland ausgespielt, seit dem 31. August können Unternehmen Kampagnen im OpenAI Ads Manager nun auch selbst anlegen und damit Werbung in ChatGPT schalten.
Die Frage für Marketingverantwortliche lautet: Ist das schon ein Kanal für uns, oder noch zu früh? In diesem Artikel bekommst du eine erste Einschätzung von uns und Tipps für deinen Start.



Wer sieht die Anzeigen, und wie sehen sie aus?
Anzeigen erscheinen nur bei Nutzer:innen der Tarife Free und Go. Wer ein Plus-, Pro-, Business- oder Enterprise-Abo hat, sieht keine Werbung. Laut ersten Berichten sehen nur etwa ein Fünftel der Free- und Go-Nutzer:innen überhaupt eine Anzeige, und das auch nur bei kommerziell genug formulierten Anfragen.
Dokumentiert ist bislang vor allem ein Kartenformat recht weit unten, unter der Antwort. Die Karte ist klar als gesponsert gekennzeichnet und optisch vom Chat getrennt. Ein visuelles Format testet OpenAI laut Ankündigung ab Oktober 2026 zunächst in den USA.
Targeting, Gebote und Tracking: Kontext statt Keywords
Der größte Unterschied zu Google Ads: Es gibt keine Keyword-Listen und keine Suchbegriffe. Stattdessen beschreibst du in sogenannten Kontexthinweisen, in welcher Situation dein Angebot hilft. Diese Hinweise unterstützen das Targeting, sie begrenzen die Ausspielung der Anzeigen aber nicht. Daneben stehen Einstellungen für Geo-Targeting, Geräte, Software und Kundenlisten zur Verfügung.
Was uns aktuell noch fehlt ist Transparenz hinsichtlich der tatsächlichen Ausspielung der Ads. Noch ist nicht ersichtlich, bei welchen Suchanfragen oder Prompts die eigenen Anzeigen gezeigt wurden und wo sie gut oder schlecht geklickt wurden.

Was ihr jetzt schon einstellen könnt:
Der Einstieg ist deutlich niedriger als zu Beginn, aber höher als bei Google Ads. Das Mindesttagesbudget liegt aktuell bei 15 Euro pro Kampagne.
Du kannst Smart Bidding wählen, um Ergebnisse zu maximieren, oder manuell CPC (Cost per Click) bieten. Beim CPC empfiehlt OpenAI in den USA Startgebote von etwa 3 bis 5 US-Dollar pro Klick. Die Erfahrungen der Werbetreibenden sprechen dafür, sich eine eigene Obergrenze zu setzen. OpenAI veröffentlicht bislang keine Benchmarks für CPC, CPM (Cost per Mille) oder Conversion-Raten nach Branche.
Du richtest eine Datenquelle mit dem OpenAI-Pixel ein, zum Beispiel über den Google Tag Manager. Außerdem definierst du Conversions. Die Conversions API ist ebenfalls verfügbar. Für die Auswertung in Google Analytics lohnen sich eigene UTM-Parameter.
Und was machen Google und Microsoft?
Google und Microsoft Ads sind bereits breit etabliert, Nutzerzahlen und Klickraten in den Suchergebnisse sinken aber stetig, sodass auch Google und Suchmaschinen im Microsoft Kosmos mit AI Overview-Antworten nachgezogen haben. Hier können ebenfalls Anzeigen platziert werden:
Google: AI-Anzeigen erscheinen in Gemini und in den AI Overviews, jeweils unter der Antwort. Aktuell sind sie nur auf Englisch verfügbar und werden in Deutschland noch nicht ausgespielt. Sobald sie verfügbar sind, lassen sie sich über AI Max oder PMax-Kampagnen aktivieren.
Microsoft: Copilot-Anzeigen umfassen Text-, Multimedia- und Shopping-Anzeigen. Erreichbar sind sie über PMax, Shopping, Suchanzeigen mit Logo-Erweiterung und Multimedia-Kampagnen. Ob eine Anzeige im Copilot landet, entscheidet Microsoft. Gepflegte Microsoft-Ads-Konten profitieren deshalb indirekt.
Unsere Tipp: Prüfe bei deinen bisherigen Ads zuerst den Grenznutzen. Ab welchem Budget bringt jeder zusätzliche Euro keinen Umsatz mehr? Wenn der Ertrag abflacht, ist dieser Teil des Budgets ein guter Kandidat für einen Test bei OpenAI. Berücksichtige dabei aber auch die Saisonalität. Behandle den Start als Test mit fester Laufzeit, zum Beispiel drei Monate.
Lohnt sich der Start? Unsere Einschätzung
Ja, für bestimmte Angebote ergibt es durchaus Sinn, ChatGPT Ads zu schalten. Ein Test lohnt sich vor allem bei:
- B2C-Angeboten mit erklärungsbedürftigen Kaufentscheidungen, bei denen Menschen vergleichen und recherchieren.
- Zielgruppen, die ChatGPT privat eher im kostenlosen oder Go-Tarif nutzen.
- Unternehmen, deren Website bereits guten Traffic aus KI-Suchen erhält.
Eher abwarten sollten Unternehmen mit B2B-Zielgruppen, die ChatGPT vor allem beruflich nutzen. Ebenso sinnvoll ist ein Warten, wenn das Tracking noch nicht sauber steht. Ohne Messung lässt sich der Erfolg nicht beurteilen.
Wichtig: Es gibt noch keine belastbaren Benchmarks. Jede Planung ist deshalb zunächst eine Annahme, die der Test überprüfen muss.
Fazit
ChatGPT Ads sind in Deutschland gestartet und im Self-Service buchbar. Der Einstieg ist mit 15 Euro pro Tag für manche eine Hürde, für andere günstig, das Targeting arbeitet aber grundlegend anders als bei Google. Wer einen Test plant, sollte Tracking und UTM-Parameter vorab einrichten, ein klar abgegrenztes Budget festlegen und nach festen Kriterien auswerten.

Rebecca Schatz
Online Marketing ManagerinSay Moin!
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